Geschäftsbericht

FWS-Jahresbericht 2009 für das Vereinsjahr
(Ständerat Dr. Peter Bieri, Präsident FWS)


Der vorliegende Jahresbericht ist wie folgt gestaltet

1. Umfeld

2. Rückblick auf das Geschäftsjahr 2009

3. Highlights aus 17 Jahren Verbandsarbeit

4. Ausblick und Vorbereitung auf die Zukunft der FWS

1. Umfeld

Trotz den stürmischen Wirtschaftsbedingungen im Berichtsjahr blieb die Wärmepumpenbranche in der Schweiz auf Kurs. Das Jahr 2009 war geprägt von einer weltweiten Wirtschaftskrise. Der Vertrauensverlust in die Finanzmärkte, aufkommende Unsicherheiten und zurückhaltende Investoren haben die Industrie und den Handel vor grosse Herausforderungen gestellt. Verschiedentlich mussten Investitionsbremsen akzeptiert werden. Der Bund hat kurzfristig Konjunkturstützprogramme ausgelöst. Auch die Baubranche hat davon profitiert. Ausgewiesene Fachleute für einen Umbau einer Ölheizung in eine Wärmepumpenheizung zu finden, ist schwierig. Gute Installateure und Planer sind nach wie vor ausgelastet. Verfolgt man die statistischen Zahlen für Neubauten, so sehen wir, dass im Wohnungsbau ca. 44'000 Wohnungen gebaut werden und der Einfamilienhaus Neubau bei ca. 10'000 bis 11'000 Einheiten pro Jahr stabil bleibt. Tendenzen beim Wohnverhalten sind, mehr Wohnfläche pro Person und Bevorzugung von städtischen Gebieten.

Was machen die Energiepreise?

Die Energiepreisdiskussionen sind im Gange. Sehr dynamisch sind die Aktivitäten im Strommarkt. Durch die Liberalisierung des Marktes erfolgt eine Neubewertung der Stromproduktionsanlagen und der Netze. Strompreisveränderungen erleben wir beinahe täglich. Am 29. März hatte der Preisüberwacher die Strompreise untersucht. Dabei hat er verschiedene Segmente speziell beleuchtet. Ein Wärmepumpenbesitzer und Architekt sowie unser Geschäftsführer hatten die Gelegenheit, in der Fernsehsendung 10 vor 10, den Wärmepumpenmarkt zu vertreten. Wärmepumpen erhielten wieder eine prominente Plattform.

Pelletpreise müssen wir nicht detailliert anschauen. Sie spielen für den Entscheid für oder gegen eine Wärmepumpe keine Rolle. Da die Gaspreise mit den Ölpreisen gekoppelt sind, stützen wir uns auf die Ölpreisentwicklung. Im Jahre 2002 hatte wir ein Tief bei durchschnittlich 38 Franken pro 100 Liter Heizöl. Dieser Preis stieg bis auf 106 Franken im Jahr 2008. Der Durchschnittspreis 2009 lag dann wieder bei 65 Franken, gleich wie im Jahr 2005. Man könnte nun interpretieren, dass der Wärmepumpenverkauf im Jahr 2009 auf Grund des deutlichen Rückgangs der Heizölpreise ebenfalls deutlich zurück gegangen wäre. Wie wir später sehen werden, ist das nicht der Fall. Dies beweist einmal mehr, dass sich der Wärmepumpenmarkt, mindestens teilweise, von der Heizölpreisentwicklung entkoppelt hat. Weil Investitionen in eine neue Heizungsanlage für die nächsten 15 bis 20 Jahre gemacht werden, spielen die aktuellen Preise eine untergeordnete Rolle. Der langfristige Trend und da sind sich alle Experten einig, zeigt steigende Preise. Es kommt dazu, dass die CO2-Abgaben steigen, von 3 Franken pro 100 Liter Heizöl bis 2009 auf 9 Franken ab diesem Jahr. Ein Einfamilienhaus braucht etwas 2000 Liter pro Jahr. Somit beträgt die Abgabe 180.- Franken pro Jahr.

Wo liegen die Chancen für den Wärmepumpenmarkt, für die Planungs- und Installationsbranche?

Wir sind der Auffassung, dass neben dem Neubau zusätzliche Chancen weiterhin im Sanierungsmarkt liegen. Es geht demnach darum die Position im Neubau zu halten und zusätzlich im Sanierungsmarkt zu wachsen. Der gleichen Auffassung ist auch der Bund. Viele Bemühungen gehen in diese Richtung. Rahmenbedingungen werden dahingehend neu gestaltet. Diese Bestrebungen dienen den FWS Mitgliedern. Die politischen Bemühungen tragen langsam aber sicher Früchte. Es empfiehlt sich diese Bemühungen fortzusetzen.

2. Rückblick auf das Geschäftsjahr 2009

Mit 20'596 verkauften Wärmepumpen wurde wiederum ein Glanzresultat erzielt. Die Bedeutung des Wärmeerzeugers Wärmepumpe konnte auch im Berichtsjahr gehalten werden. So richtig Freude mag aber nicht aufkommen, weil die Zahl verkaufter Wärmepumpen erstmals seit 16 Jahren stagnierte. Wo liegen die Gründe? Ist es die Finanzkrise? Hat die Heizölindustrie Käufer mit ihren Inseraten gewinnen können? Spielen die Heizölpreise eine Rolle? Natürlich waren wir mit Steigerungsraten von 20 und 30% mehr als verwöhnt. Gerne hätten wir uns solche Steigerungen weiterhin gewünscht. Dass die Marktsituation angespannt ist, zeigen die Zahlen einiger europäischer Wärmepumpenmärkte, Frankreich minus 30%, Finnland minus 20%, Deutschland minus 10%.

Leider haben wir die Zahlen für den Erdwärmesondenmarkt noch nicht erhalten. Auf Grund der vielen Kontakte unserer Geschäftsstelle mit dem Markt, gehen wir von einem ebenfalls stagnierenden Markt aus. Mit Sorge beobachten wir den ungesunden Preiskampf bei der Vergabe von Bohraufträgen. Gerade bei Erdwärmesondenbohrungen gibt es auch aus gesetzlicher Sicht Grenzen. Zu befürchten ist, dass die Qualität der ausgeführten Arbeiten sinkt. Verschiedene Kantone planen intensivere Kontrolltätigkeit.

Wie haben die Organe die Arbeit im Berichtsjahr erledigt?

Der Vorstand tagte im Berichtsjahr 3 Mal. Er befasste sich intensiv mit den Marktgegebenheiten, mit den Trends in der Politik und mit der Entwicklung innerhalb des Bundesamtes für Energie. Regelmässig werden die Fortschritte bei der Bearbeitung der Projekte angeschaut und die Einhaltung der statutarischen Ziele kontrolliert. Interessant sind jeweils die Berichte aus den Ressorts. Ebenso interessant sind die Vorschläge für neue Projekte. Wir stellen fest, dass die geleistete Arbeit immens ist. Das volle Mass tritt meistens nicht in Erscheinung. Vieles wird erledigt, weil sich die Beauftragten 100%ig mit der Wärmepumpen-branche identifizieren. Die Ressorts tagten in der Regel je 3 Mal um die Arbeitspläne zu definieren. Die Beiräte der Ressorts kamen je 1 Mal zusammen. Die Informationsstellen in Bern, Yverdon und Lugano hatten täglich Kontakt mit Interessenten.

Das zurückliegende Geschäftsjahr beschäftigte uns, wie dargestellt, mit der Fragestellung der Zukunftsausrichtung in der Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Energie, BFE. Wie Sie wissen läuft der 5jährige Rahmenvertrag Ende 2010 aus. Das bedeutet, dass wir uns intensiv mit der Zukunftsstrategie der FWS befassen müssen. Eine Veränderung hat sich mit der CO2-Teilzweckbindung eingestellt. Die Gelder werden vom Bundesamt für Umwelt verwaltet. Sie fliessen grössten Teils zu den Kantonen. Was die Arbeit aber nicht einfacher sondern aufwendiger macht, weil wir die Zusammenarbeit mit 26 Kantonen suchen müssen.

Chancen erkennen wir in der Bundesverfassung. Hier könnten wir geschicktes und intensives Lobbying ansetzen. Der Artikel 89 der Bundesverfassung beschreibt die Energiepolitik und die Verantwortlichkeiten des Bundes und der Kantone. Wichtige Stichworte sind:

- sichere, wirtschaftliche und umweltverträgliche Energieversorgung

- sparsamer und rationeller Energieverbrauch

- Nutzung einheimischer und erneuerbarer Energie

- Vorschriften für den Energieverbrauch

- fördert die Entwicklung von Techniken bei den erneuerbaren Energien

Erste Gespräche führen wir 11. Mai 2010 BFE in Ittigen.

Was wir schon heute zur künftigen Zusammenarbeit mit dem BFE und dem Programm EnergieSchweiz sagen können, ist folgendes. EnergieSchweiz wird keine Pauschalbeiträge an Verbände leisten. EnergieSchweiz will künftig nur noch für sie interessante Projekte von neutralen Partnern unterstützen. Die für EnergieSchweiz wichtigen Bereiche sind:

- Information und Beratung

- Aus- und Weiterbildung

- Qualitätssicherung

Sie erkennen, dass Kommunikation, Normentätigkeit, Lobbying und die internationale Tätigkeit nicht im Brennpunkt stehen. Diese Aktivitäten muss die Industrie selbst tragen. Es liegt ein grosses Mass an Arbeit vor uns. Die Industrie und die Wirtschaft müssen zusammenstehen und sich behaupten.

3. Highlights aus 17 Jahren Verbandsarbeit

Ich bin der Meinung, dass es richtig ist, wenn wir uns einen kurzen Überblick über die Verbandsarbeit verschaffen. Der Verband wird in wenigen Monaten Volljährig. Wie es den jungen Menschen ergeht, wird es auch dem Verband ergehen. Er muss vermehrt auf eigenen Beinen stehen. Daher ist es wertvoll, wenn man sich mit den Stärken befasst. Freude kommt bei der Betrachtung der Marktentwicklung auf. Im Gründungsjahr 1993 betrug der Wärmepumpenmarkt rund 2000 Stück. Heute werden über 20'000 Wärmepumpen pro Jahr verkauft. Im Gleichschritt mit den Wärmepumpen entwickelten sich auch die Bohrmeter für Erdwärmesonden. Heute beträgt dieser Markt gut 2 Millionen Meter. Dieser erfreuliche Aufbau ist das Ergebnis idealer Zusammenarbeit von Bund, der Wirtschaft und der neutralen Wirtschaftsvertretung FWS. Stärken der FWS sind die 3 Informationsstellen, der Bereich Aus- und Weiterbildung mit über 500 Manntagen Seminare. Mit den Gütesiegeln für Wärmepumpen und Bohrunternehmen wurde ein einmaliges Qualitätssicherungssystem aufgebaut. Immer öfters werden Fördergelder nur noch im Zusammenhang den Gütesiegeln bezahlt. Die Philosophie der Qualitätssicherung konnte überdies in die europäische Wärmepumpen-vereinigung getragen werden. Sie erbrachte der FWS hohe Anerkennung und Aufmerksamkeit. Aufbauend auf den dargestellten Stärken können wir die Zukunft gestalten und ein wichtiger Partner im Energieerzeugungsmarkt sein. Packen wir die Herausforderungen an und gestalten wir die nächsten 17 Jahre ebenso erfolgreich wie die letzten 17 Jahre.


4. Ausblick und Vorbereitung auf die Zukunft der FWS

Für eine erfolgreiche Zukunft müssen wir die Stärken des Wirtschaftsverbandes FWS weiter ausbauen. Wenn wir unvoreingenommen an das Werk gehen, werden wir die gewünschten Partnerschaften auch aufbauen können. Die FWS muss in der Projektentwicklung und in der Vermarktung der Projekte stark sein. Speziell zu nennen sind die Partnerschaften mit den Kantonen. Die Partnerschaften zur Wirtschaft über andere Verbände, Interessensvertreter oder Unternehmungen der Planung und Ausführung sind zu vertiefen. Im Weiteren sind aktive Partnerschaften auch mit der Stromindustrie auszubauen.

Ohne Berührungsängste müssen wir die heutige Organisation und die Aktivitäten hinterfragen und allenfalls bereit sein, Anpassungen zu Gunsten des Erfolges vorzunehmen. Es braucht in allen Organen der FWS zusätzliche Arbeitssitzungen um neben dem laufenden Geschäft auch die Zukunft zu entwickeln. Der Vorstand wird zusätzliche Sitzungen einberufen und die Geschäfte für eine ausserordentliche Generalversammlung im Herbst vorbreiten.

Die grösste Herausforderung wird in der Finanzierung der künftigen Aktivitäten sein. Verschiedene Formen sind denkbar und können den Mitgliedern empfohlen werden. Letztlich sind es aber die Mitglieder, die entscheiden wohin die Reise geht und wie sie sich einbringen möchten.

Eckpunkte für unsere Arbeit finden wir im Terminplan des BFEs:

- Ende Juni 2010 – Bundesratbeschluss zum Detailkonzept EnergieSchweiz 2011- 2020

- Ab Juli 2010 – Ausschreibung von Projekten

- Ab September 2010 – Vergabe von Projekten

- Ab Januar 2011 – Start des Programms

An dieser Stelle danke ich dem Bundesamt für Energie für die erfahrene Unterstützung und hoffe, dass die erfolgreiche Zusammenarbeit weitergeführt werden kann. Diese Zusammenarbeit führt zu einer erfolgreichen Energiepolitik, die vom Parlament gefordert wird. Ich möchte auch einen offiziellen Dank den Ressort- und Informationsstellenleitern sowie ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aussprechen.

Wärmepumpe ist eine Zukunftstechnologie. Die Chancen bestehen! Die FWS unterstützt sie bei der Umsetzung.

Ich danke Ihnen für Ihr Interesse und für Ihre Mitarbeit!

Bern, 14. April 2010

Peter Bieri, Ständerat ZG
Präsident FWS

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