Häufig gestellte Fragen

Allgemein

    Welche Energien nutzen und erzeugen Wärmepumpen?

    Wärmepumpen erzeugen aus 75% Umweltwärme und 25% Antriebsenergie (meistens Elektrizität, möglich ist auch Gas, allerdings mit anderen Wirkungsgraden) 100% Nutzwärme, die für die Raumheizung und Warmwassererwärmung eingesetzt werden kann (Figur 1). Umweltwärme ist überall in der nahen Umgebung verfügbar. In der Luft, in der Erde und im Wasser sind gewaltige Energiemengen gespeichert, die durch Sonneneinstrahlung, Niederschläge und dem Wärmenachfluss aus dem Erdinnern ständig auf natürliche Art erneuert werden.

    Wie hoch ist die Lebensdauer einer Wärmepumpe?

    Viele Wärmepumpenheizungen laufen schon seit über 25 Jahren problemlos. In der Regel liegt die durchschnittliche Lebensdauer einer Wärmepumpe bei normaler Nutzung zwischen 15 und 20 Jahren. 

    Wie hoch ist der Anteil erneuerbarer Energie mit Wärmepumpen?

    Erneuerbare Energien sind nachhaltig, unbegrenzt und kostenfrei vorhanden. Bei der Nutzung für die Wärmeerzeugung belasten sie die Umwelt nicht. Im Gegenteil, sie reduzieren die Umweltbelastung von Kohlendioxyd (CO2), Stickoxyd (NOx), Schwefeldioxyd (SO2), Feinstaub etc. Die Verwendung von erneuerbaren Energien ist für die Zukunft wegweisend und erhöht den Wert von Liegenschaften.

    Wie hoch ist der Anteil an erneuerbarer Energie bei verschiedenen Wärmeerzeugungssystemen für die Gebäudebeheizung und für die Warmwassererzeugung? Der gesamte Energiebedarf beträgt 100%, basierend auf den aktuellen Bauvorschriften. Die aufgeführten Werte sind Grössenordungen.

    Heizsystem Zusatzkomponenten Primärenergie Hilfsenergie erneuerbare Energie
    Luft/Wasser-WP keine Strom
    30–40 %
    in Primärenergie
    enthalten
    60–70 %
    Erdsonden-WP /
    Wasser-WP 
    keine Strom
    20–30 %
    in Primärenergie
    enthalten
    70–80 %

    Luft/Luft- WP
    Quelle: Fortluft

    keine Strom
    10–15 %
    in Primärenergie
    enthalten
    85–90 %
    Holzkessel Gebläse elektrisch Holz* Strom 5 % 95% * ist zugleich
    Primärenergie
    Ölkessel kombiniert
    mit Solar für Warmwasser
    Gebläse und Ölpumpe elektrisch 

    Heizöl 85 %

    Strom 3 % 10 – 12 %
    Gaskessel kombiniert mit Solar für Warmwasser Gebläse elektrisch Gas 85 % Strom 3 % 10 – 12 %
    Was bedeuten die verschiedenen Gütesiegel?

    In der Schweiz gibt es im Bereich der Wärmepumpen zwei Gütesiegel und das Zertifikat Fachpartner. Diese drei Auszeichnungen werden von der Fachvereinigung Wärmepumpen Schweiz (FWS) vergeben. Die Gütesiegel sind Bestandteil der Qualitätssicherungsmassnahmen der FWS und des Bundesamtes für Energie. Förder- und Anreizprogramme des Bundes, der Kantone und der EVU sind in der Regel an die Gütesiegel gebunden.

    Eine Wärmepumpe bzw. eine Wärmepumpenreihe wird auf Antrag des Herstellers mit dem Wärmepumpen-Gütesiegel ausgezeichnet, wenn die Wärmepumpe die minimalen technischen Anforderungen erfüllt (z.B. minimaler im akkreditierten Prüfzentrum gemessener COP, Schallmessung auf Prüfstand, Mindestanforderungen betreffend Planungsunterlagen, vollständige Einbau- und Betriebsanleitung) und wenn der Hersteller in der Schweiz ein flächendeckendes Kundendienstnetz garantiert. Das Verfahren ist international abgestützt (European Heat Pump Association, EHPA).

    Das Gütesiegel für Erdwärmesonden-Bohrfirmen sichert eine Arbeit nach dem Stand der Technik zu. Die Gütesiegelträger haben sich verpflichtet, eine Reihe von Regeln beim Einsatz und bei der Auswahl von Materialien und Geräten sowie bei der Arbeitsausführung einzuhalten und ihre Mitarbeiter regelmässig in fachliche Weiterbildungskurse zu schicken. Der Umwelt- und Gewässerschutz hat dabei einen hohen Stellenwert. Die genauen Regeln sind im Gütesiegel-Reglement festgelegt. Die Einhaltung der Regeln wird durch die Gütesiegelkommission stichprobenweise kontrolliert.

    Mit dem Prädikat Fachpartner mit Zertifikat werden Wärmepumpenfachleute (Heizungsplaner und Heizungsinstallateure) ausgezeichnet, welche eine zweistufige Weiterbildung der FWS und die anschliessende Fachprüfung erfolgreich absolviert haben. Die Träger des Zertifikats sind in der Lage, für Wärmepumpenanlagen in Kleinobjekten - Neubau und Sanierung - Einsatzmöglichkeiten zu erkennen, die notwendigen Daten vor Ort zu erfassen sowie eine Anlage korrekt zu planen, zu installieren und in Betrieb zu nehmen.

    Wieviel Strom brauchen Wärmepumpen?


    Die wichtigsten Stromverbraucher im Jahr 2006

    • Brenner von Öl- und Gasheizungen: 2%
    • Elektrische Widerstandsheizungen: 6%
    • Elektrische Warmwasser-Erhitzer: 4%
    • Haushaltgeräte: 11%
    • Antriebsmotoren in der Industrie: 19%
    • Beleuchtung: 13%
    • Züge, Trams, Seilbahnen:   5%


    Zum Vergleich:

    • 112’800 Wärmepumpen (Stand Ende 2006) 1,5%
    • 400’000 Wärmepumpen (Ziel Ende 2020) 4%


    Der Ersatz aller Widerstandsheizungen und aller Warmwasser-Erhitzer würde genügend Strom freisetzen um 1 Million Wärmepumpen zu betreiben!

    Woher kommt der Strom für die Wärmepumpen?

    Der in der Schweiz produzierte Strom stammt zu 40% aus der Kernkraft und zu 60% aus erneuerbaren Energiequellen, vor allem aus Wasserkraftwerken. Beim Verbrauch sieht die Bilanz umgekehrt aus: Stromimporte und -exporte führen dazu, das s der Strommix an der Steckdose zu rund 60% aus nicht erneuerbare Energiequellen stammt.

    Für die Wärmepumpenanlagen in der Schweiz braucht es keine zusätzlichen Kraftwerke. Die erforderlichen Strommengen sind vorhanden. Zum Vergleich: mehr als ein Viertel des Gesamtstromverbrauches der Schweiz geht auf das Konto der privaten und öffentlichen Beleuchtung sowie der Haushaltgeräte. Die heute in Betrieb stehenden Wärmepumpen sind hingegen nur für 1-2% des Gesamtstromverbrauches verantwortlich. Durch Effizienzsteigerungen bei den Elektrogeräten und durch den Ersatz der Elektrowiderstandsheizungen kann mehr Strom eingespart werden, als die Wärmepumpen je brauchen.

    Hausbesitzer können schon heute aus verschiedenen Stromprodukten auswählen: Wenn sie ihre Wärmepumpen mit Strom aus Wasserkraft, Windenergie oder Photovoltaikanlagen betreiben, stammt ihre Heizungswärme zu 100% aus erneuerbaren Energien.

Technik

    Eignen sich Wärmepumpen für Radiatorenheizungen?

    Ja, Wärmepumpen können auch bei Radiatorenheizungen in Neubauten und Sanierungsobjekten eingesetzt werden. Die obere Einsatzgrenze der Vorlauftemperatur liegt bei einigen Wärmepumpenfabrikaten bei 55-65 °C.


    Die benötigte Heiztemperatur hat einen grossen Einfluss auf die Effizienz. Je höher diese ist, desto schlechter wird die Effizienz. Deshalb lohnt sich die genaue Prüfung der tatsächlich benötigten Heiztemperatur. Es lohnt sich dabei fast immer, alte Heizkörper durch neue mit grösserer Heizfläche zu ersetzen. Ganz generell sollten energetische Massnahmen an der Gebäudehülle zur direkten Senkung des Wärmebedarfs und damit zur Reduktion der Heiztemperaturen geprüft werden. Die Senkung des Heizungsvorlaufs um 5 °C erhöht die Effizienz um ca. 8% (das heisst, dass die Wärmepumpe rund 8% weniger Strom verbraucht). Eine Wärmepumpe trägt jedoch auch mit einer eher tieferen Jahresarbeitszahl zur CO2-Reduktion bei.

    Kann mit einer Wärmepumpe ein Gebäude im tiefen Winter beheizt werden?

    Grundsätzlich ja, denn alle eingesetzten Wärmepumpen sind bei den normalerweise benötigten unteren Einsatzgrenzen funktionsfähig. Einige Unterschiede zwischen den verschiedenen Wärmepumpensystemen gilt es aber zu beachten:

     

    Luft/Wasser-Wärmepumpen:
    Luft/Wasser-Wärmepumpen haben eine untere Einsatzgrenze von ca. -20°C. Für Heizungsanlagen im Schweizer Mittelland, die nach SIA-Normen ausgelegt werden, heisst das, dass die Wärmeleistung bis -8 °C und bis zu einer Höhe von 1000 Metern (gemäss SIA Norm ca. -10 °C) erfüllt, resp. garantiert werden muss. Sinkt die Aussentemperatur über längere Zeit (einen oder mehrere Tage) unter den Auslegungswert (SIA-Norm), schaltet sich automatisch die Zusatzheizung ein. Statistisch gesehen tritt dieser Fall jedoch nur ganz selten auf.

    Sole/Wasser-Wärmepumpen:
    Bei diesen Wärmepumpen ist die richtige Dimensionierung der Erdwärmesonden wichtig. Dazu gibt es eine SIA-Norm (SIA 384/6) mit den Randbedingungen für eine richtige Dimensionierung.

     

    Wasser/Wasser-Wärmepumpen:
    Wenn für die Wärmequelle Grundwasser zur Verfügung steht, ist vor allem der Wasserdurchfluss und die Wasserqualität zu beachten. Eine Wasseranalyse zeigt, ob beispielsweise Korrosionsgefahr besteht. Bei Oberflächenwasser aus Seen oder Flüssen muss die Wasserverschmutzung und vor allem die Frostgefahr bei absinkenden Aussentemperaturen beachtet werden.

    Kann man Wärmepumpensysteme mit Solaranlagen kombinieren?

    Ja. Die Kombination eignet sich und erhöht die Anlageeffizienz im Sommer und in der Übergangszeit. Je nach Baustandard ist der Anteil der Energie für die Wassererwärmung höher, weil die Wärmeverluste durch die Wände geringer werden. Da Wärmepumpen Umweltenergie nutzen, ist die Verbesserung mit thermischen Sonnenkollektoren von geringerer Bedeutung und kaum amortisierbar. Wenn Subventionen und andere Finanzhilfen vorhanden sind, wird der Einsatz interessant.

    Welches ist der Unterschied zwischen COP und JAZ?

    COP (Coefficient of performance = Leistungszahl) und JAZ (Jahresarbeitszahl) sind je ein Mass für die Effizienz. Der COP gibt bei der Wärmepumpe das Verhältnis zwischen Heizleistung und aufgenommener elektrischer Leistung bei einem bestimmten Betriebspunkt an, z.B. COP = 4.5 bei B0W35, d.h. die Wärmepumpe liefert bei einer Soletemperatur von 0°C und einer Nutztemperatur von 35°C (Heizung oder Warmwasser) 4.5 mal soviel Leistung als sie selber in Form von Strom aufnimmt. Die Leistungszahlen von Wärmepumpen werden in den Testzentren (z.B. am Wärmepumpen-Testzentrum WPZ in Buchs SG) an verschiedenen vorgegebenen Betriebspunkten gemessen. So können einzelne Wärmepumpen bezüglich ihrer Effizienz miteinander verglichen werden. Im praktischen Einsatz durchlaufen Wärmepumpen über das ganze Jahr gesehen unterschiedlichste Betriebspunkte. Der COP ist also nicht geeignet, den Betrieb einer Wärmepumpe umfassend zu charakterisieren. Dafür dient die Arbeitszahl (AZ). Die AZ gibt das Verhältnis zwischen produzierter Heizenegie und aufgenommener elektrischer Energie an. Über ein ganzes Jahr betrachtet, wird die Arbeitszahl als Jahresarbeitszahl (JAZ) bezeichnet. Für den Vergleich ist es wichtig, dass die Bilanzgrenze klar festgelegt ist. Eine hohe JAZ erfordert eine optimierte Dimensionierung der Gesamtanlage.