Breite Trägerschaft lanciert Stromeffizienz-Initiative

26.09.2012 11:39 von Antonio Milelli

Die Initiative gibt in der Verfassung ein verbindliches Stromeffizienzziel vor. Mit geeigneten, vom Parlament festzulegenden Instrumenten sowie freiwilligen Massnahmen der Unternehmen sollen künftig durch Effizienz enorme Mengen an Strom gespart werden. Konkret bewirkt die Initiative eine Stabilisierung des Stromverbrauchs auf dem Niveau von 2011. Das ist machbar und wirtschaftlich lohnend. Der Präsident des Trägervereins der Initiative, der Züricher Unternehmer und Nationalrat Ruedi Noser (FDP.Die Liberalen) ist überzeugt: „Die effiziente Stromnutzung bietet eine Fülle an Sparmöglichkeiten, die weder unseren Lebensstil noch unseren Komfort negativ beeinflussen. Es wäre unsinnig, dieses Potenzial nicht zu nutzen.“ Noser steht stellvertretend für das prominent und breit zusammengesetzte Initiativkomitee. Bundesparlamentarierinnen und -parlamentarier aus nicht weniger als acht Parteien, Unternehmer, Wissenschaftler und Umweltschützer zeigen mit ihrem Engagement: Die Stromeffizienz ist die unabdingbare Basis für eine bezahlbare Energiewende.

Stromeffizienz: die sicherste und sauberste Sache
Stromeffizienz macht jede dritte in der Schweiz verbrauchte Kilowattstunde Strom überflüssig. Sie funktioniert störungs- und emissionsfrei rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr. Die Schweiz fährt mit einer auf Effizienz ausgerichteten Stromversorgung wirtschaftlich und ökologisch am besten. Stromeffizienz schafft zudem Arbeitsplätze im Inland. Sie erhöht aber auch die Unabhängigkeit. Energie, die nicht gebraucht wird, muss nicht importiert werden, muss nicht zum Verbraucher transportiert werden und Pannen können ihr nichts anhaben.

Mittels Stromeffizienz-Massnahmen kann auf die Produktion von 4 bis 6 Mühleberg-AKWs verzichtet werden. Stromeffizienz bedeutet darum mehr Unabhängigkeit von Importen. „Die beste Kilowattstunde ist jene, die wir nicht verbrauchen“, meint Pascale Bruderer Wyss, Ständerätin SP (AG) und Mitinitiantin der Initiative. Sie erachtet die Effizienz nebst dem massiven Ausbau der erneuerbaren Energien als eigentlichen Schlüssel zu einer ökologisch wie auch ökonomisch erfolgreichen Energiewende.

Pragmatische Zielsetzung
Die Initiative nimmt Bund und Kantone in die Pflicht: Die Stromeffizienz ist so zu steigern, dass sich bis 2035 der jährliche Stromverbrauch auf das Niveau von 2011 stabilisiert. Das entspricht 58.5 TWh, ist pragmatisch und realistisch. Warum? Zahlen des Bundesamtes für Energie aus dem Jahr 2011 zeigen, dass ohne zusätzliche Effizienzmassnahmen der Stromverbrauch gegenüber 2011 bis 2035 um rund 23% oder 13.3 TWh ansteigen würde. Das können wir uns nach Ansicht des Bundesrates nicht leisten. Die 13.3 TWh, bzw. besser aus¬gedrückt die Konsolidierung auf den Verbrauch 2011, ist das minimale Effizienzziel, auf das sich der Bundesrat am 25. Mai 2011 festgelegt hat. Sowohl die Akademien der Wissenschaften (A+) wie auch die Stromexperten der Schweizerischen Agentur für Energieeffizienz (s.a.f.e) sehen deutlich grössere technische, aber auch politische Stromeffizienzpotentiale.

Dem Bundesrat, dem Parlament, den Kantonen aber auch den Unternehmen und den Privathaushalten, stehen eine Fülle von Instrumenten und Massnahmen zur Verfügung, um die von der Initiative geforderte Effizienzverbesserung zu übertreffen. Effizienzgewinne von rund 19 TWh sind gut machbar.

Pragmatisch ist an der Initiative auch, dass dem Bundesrat die Kompetenz gegeben wird, das Effizienzziel auf ausserordentliche Entwicklungen abzustimmen: Es geht hier namentlich um die Bevölkerungsentwicklung sowie den Ersatz von fossilen Energieträgern durch effiziente Stromanwendungen.

Stromeffizienz-Initiative behält Bundesrat und Parlament auf dem Weg
Die Initiative soll im Frühjahr 2013 eingereicht werden. Bundesrat und Parlament sollen so auf Kurs bleiben: Die Revision des Energiegesetzes ist so auszugestalten, dass die Effizienzpotenziale auch wirklich realisiert werden. Die Initiative ordnet sich somit dem Zeitplan des Bundesrates unter und wird diesen nicht verzögern. Der Weg zu einer sicheren und wirtschaftlichen Stromversorgung der Schweiz ist lange und steinig. Die Stromeffizienz und damit die Eidgenössische Volksinitiative machen diesen Weg begehbar.

Kontakt: Stromeffizienz-Initiative, c/o Dr. Pia Stebler Consulting, Frey-Herosé-Strasse 25, 5000 Aarau.
E-Mail: info@stromeffizienzinitiative.ch. Telefon: 079 674 45 45 oder 062 824 30 00

www.stromeffizienzinitiative.ch

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