Wärmepumpen: mehr Klarheit für die Qualität

27.01.2014 07:44 von Antonio Milelli

Peter Egli, FWS
«Ein Installateur kann nicht der billigste und gleichzeitig der beste sein. Qualität hat ihren Preis»: Peter Egli, Leiter der Qualitätskommission FWS (Foto Michael Staub).

Rund 20'000 Wärmepumpen werden jedes Jahr in der Schweiz installiert. Bei der Planung, Dimensionierung und dem Anschluss der Anlagen sorgt fortan das System-Modul der Fachvereinigung Wärmepumpen Schweiz für einheitliche und qualitativ hochstehende Arbeit. Dies die Quintessenz des Swissbau-Wärmepumpenworkshops.

Eine Wärmepumpenanlage richtig zu planen, sauber auszuführen und nötigenfalls zu justieren ist ein anspruchsvolles Geschäft. «Wenn eine Anlage nicht richtig funktioniert, wird heute meistens die Heizkurve heraufgesetzt. Das Resultat sind bis zu 10 Prozent Mehrverbrauch beim Strom», sagte Peter Egli, Leiter Gütesiegelkommission Wärmepumpen bei der FWS, am gestrigen Swissbau Focus-Workshop. Mit ihrem neuen WP-System-Modul will die Fachvereinigung Wärmepumpen Schweiz (FWS) die Abläufe nun vereinheitlichen. Man wolle den Liegenschaftsbesitzern mehr Sicherheit und den Installationsfirmen mehr Effizienz bringen, führte Egli aus.

Wichtige Elemente des neuen Moduls sind Leistungsgarantie und Anlagendokumentation. Mit ihnen bestätigt die Installationsfirma, dass die Heizleistung normgerecht berechnet wurde und dass die Anlagendaten sauber erfasst sind. Beides ist wichtig für Justierungen, die im Betrieb nötig werden können. Für Anlagen, die gemäss den Vorgaben der FWS geplant und installiert wurden, kann ein Zertifikat beantragt werden. Dazu müssen eine Leistungsgarantie und ein Inbetriebnahmeprotokoll vorgelegt werden.

Die Zertifizierung ist jedoch nur für Installationsfirmen mit Sitz in der Schweiz möglich. «Es handelt sich nicht um eine Marktabschottung, sondern um eine Massnahme zur Qualitätssicherung. Zudem geht es um den Schutz des Installationsgewerbes in den grenznahen Gebieten», sagte Egli. Auch die Kunden müssten umdenken: «Ein Installateur kann nicht der billigste und gleichzeitig der beste sein. Qualität hat ihren Preis.»

«Die Akteure auf dem Schweizer Markt sollen ein Wärmepumpenystem verkaufen, das weniger Service- und Notfalleinsätze nötig macht und hohe Qualität und Effizienz bietet», sagte Egli. Das Fernziel seien Bauherren, die bei der Installation einer Wärmepumpe das System-Modul verlangten. Von heute auf morgen lasse sich der Markt nicht umkrempeln. Für die FWS sei das System-Modul ein «Dekadenprojekt».

«Das WP-System-Modul kann helfen, den Fachkräftemangel zu entschärfen», sagte Stephan Peterhans, Geschäftsführer der FWS. Die Installationsfirmen erhielten klare Wegleitungen für einen raschen, sauberen und optimierten Einbau der Geräte. «Der Aufwand bei der Planung ist zwar etwas höher, dafür reduziert sich der Zeitbedarf bei der Installation und vor allem die Anzahl der Service-Einsätze», meinte Peterhans. «Ohne die Belegschaft aufzustocken, können so mehr Wärmepumpenanlagen nach einheitlichen Standards installiert werden.»

Quelle: Michael Staub, baublatt

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