Mit Wärmepumpen ohne zusätzliche Kraftwerke den CO2-Ausstoss reduzieren


Wärmepumpen nutzen intensiv regenerierbare Energien aus Luft, Erdwärme oder Wasser. Je nach Wärmepumpentyp beziehen sie im Schnitt 75% der benötigten Gesamtenergie aus diesen Quellen.

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Wärmepumpen arbeiten ohne Ausstoss von CO2. Dies - zusammen mit dem geringen Anteil an benötigter elektrischer Primärenergie - stempelt die Wärmepumpe zur aktuell umweltfreundlichsten, universell einsetzbaren und bezahlbaren Heiz- und Kühltechnologie.

Weniger Stromverbrauch dank verdoppelter Effizienz der Wärmepumpe
Wärmepumpen werden seit rund 40 Jahren hergestellt und eingesetzt. Das Grundprinzip der Arbeitsweise von Wärmepumpen hat sich in dieser Zeit nicht verändert. Aber die Technik ist nicht stehen geblieben: Die Effizienz der Wärmepumpe (COP-Wert) - das heisst das Verhältnis der von der Wärmepumpe aufgenommenen Strommenge zur damit produzierten Wärmemenge - hat sich in diesen Jahren verdoppelt: Wärmepumpen neuster Generation verbrauchen im Vergleich zu älteren Geräten sehr viel weniger Strom zur Produktion gleicher Wärmemengen. So sind denn auch die nachzuweisenden COP-Minimalwerte zur Erlangung des FWS Gütesiegels für Wärmepumpen nach dem Standard der europäischen Wärmepumpenvereinigung, EHPA stetig nach oben angepasst worden, letztmals zu Beginn dieses Jahres. Die Schweiz hat diese Minimalwerte ebenfalls übernommen.

400‘000 Wärmepumpen ohne zusätzliche Kraftwerke
Das Bundesamt für Energie weist der Wärmepumpe eine wichtige Rolle zu, um die gesetzten energie- und klimapolitischen Ziele zu erreichen: Es will bis 2020 die Zahl der eingesetzten Wärmepumpen von heute rund 180‘000 auf 400‘000 mehr als verdoppeln. Aber auch bei dieser enormen Zunahme an Wärmepumpen würden sie lediglich rund 4% des gesamten schweizerischen Stromverbrauchs beanspruchen. Zum Vergleich: Berechnungen haben gezeigt, dass alleine die Standby-Schaltungen unserer Haushaltgeräte heute rund 3.5% des gesamten Stromverbrauchs in der Schweiz ausmachen.

„Klassische“ Elektroheizungen und rein elektrisch betriebene Warmwasseraufbereitungsanlagen beanspruchen heute rund 10% des gesamten verbrauchten Stroms. Ein Ersatz dieser Geräte durch Wärmepumpen würde den Stromverbrauch für diese Sparte auf 3-4% senken. Weiter gilt es zu bedenken, dass Entwicklungen sehr weit gediehen sind, die Wärmepumpe mit der Photovoltaik so zu verbinden, dass der für den Betrieb der Wärmepumpe benötigte Strom zu zahlbaren Preisen an Ort und Stelle produziert werden kann. Festzuhalten ist auch, dass der Anteil der privaten Haushalte am gesamten Stromverbrauch in der Schweiz nur rund 35% beträgt. Den weitaus grösseren Teil beanspruchen Verkehr, Industrie und Gewerbe.

Wärmepumpen ermöglichen eine markante Reduktion des CO2-Ausstosses ohne Erhöhung des Stromverbrauchs
Die Bemühungen zur Reduktion des CO2-Ausstosses in der Schweiz führen nicht zwangsläufig zu einer Erhöhung des Stromverbrauchs, auch wenn dies von bestimmten Kreisen so suggeriert wird. Alleine nur schon der Ersatz von Elektroheizungen und Elektroboilern durch Wärmepumpen, der Austausch herkömmlicher Umwälzpumpen durch energieeffiziente Umwälzpumpen neuster Generation und die Auswechslung von herkömmlichen Tumblern (Wäschetrockner) durch Wärmepumpentumbler würde in der Haustechnik so viel Strom einsparen, dass alle CO2-produzierende Heizungen ohne weiteres und ohne Strom-Mehrverbrauch durch Wärmepumpen ersetzt werden könnten. Wenn das gesamte aktuelle Energiespar-Potential in der Haustechnik genutzt würde, ergäbe es sich sogar eine Reduktion des heutigen Stromverbrauches in der Haustechnik. Es sind also keine zusätzlichen Kraftwerke zur Abdeckung des Strombedarfes  der oben genannten, vom BFE anvisierten 400‘000 Wärmepumpen, erforderlich.

Verwendete Quellen: Bundesamt für Energie, BFE; alpiq (immergenugstrom.ch); wwf Schweiz